Botschaft des Präsidenten

Ian H.S. Riseley

Präsident 2017-18

Juni 2018

Seit 60 Jahren hat der neue Präsident das Vorrecht – und manchmal die schwere Aufgabe – der Wahl des Jahresmottos. Das Motto gibt einen Einblick in die Gedankenwelt und Vision der führenden Rotarier: ihr Verständnis von der Rolle Rotarys in der Welt und ihre Hoffnungen für die Zukunft.

Als ich an der Reihe war, wusste ich sofort, dass Rotary – macht den Unterschied mein Motto sein würde. Ich finde, diese Worte beschreiben nicht nur, was wir tun, sondern auch, wonach wir streben. Wir wollen Menschen helfen, Einfluss nehmen und die Welt besser machen.

Und genau das hat Rotary in den letzten zwei Jahren gemacht. Nach den verheerenden Waldbränden in Kalifornien sah ich, wie Rotarier für Menschen, die alles verloren hatten, mit ihrer Hilfe einen Unterschied machten. Ich sah, wie wir mit einfachen Holzöfen das Leben von Frauen in Guatemala verbessern: Sie atmen jetzt nicht mehr den Rauch von offenen Feuern ein, müssen kein Feuerholz mehr sammeln und können sogar eigene Unternehmen gründen. In Israel besuchte ich ein von Rotary gesponsertes hyperbares Therapiezentrum, in dem Patienten nach Hirnverletzungen und Schlaganfällen genesen. Überall auf der Welt sind Rotarierinnen und Rotarier in Aktion: Sie helfen Flüchtlingen, impfen Kinder, sorgen für sichere Blutkonserven und bilden junge Menschen aus.

Ich habe Mitgliedern beim Pflanzen von Bäumen geholfen. Auch wenn die Zahl der gepflanzten Bäume noch nicht endgültig feststeht, kann ich voller Stolz verkünden, dass wir das Ziel von 1,2 Millionen – für jedes Mitglied einen Baum – weit übertroffen haben. Wir setzen uns weiterhin mit ganzer Kraft für die Ausrottung der Kinderlähmung ein. Letztes Jahr verursachte das Wildvirus nur 22 Erkrankungen in zwei Ländern. Ich bin zuversichtlich, dass es bald null Fälle geben wird und wir in eine neue Phase eintreten: dem dreijährigen Countdown zu einer zertifiziert poliofreien Welt.

Juliet und ich bringen wunderbare Erinnerungen zurück nach Australien: an die besuchten Orte, an die neuen Freunde und an die Initiativen, die wir kennenlernen durften. Wir möchten uns bei allen für die phantastische Arbeit bedanken, beweist sie uns doch, dass Rotary wirklich einen großen Unterschied in der Welt bewirkt.


Mai 2018

Rotary ist eine riesige und ungeheuer komplexe Organisation. Während die neue Ausgabe von The Rotarian in Druck geht, zählen wir 1,2 Millionen Mitglieder in 35.633 Clubs in fast jedem Land der Erde. Hunderttausende von Teilnehmern engagieren sich in Rotary-Programmen wie Rotaract, Interact, Youth Exchange, Rotary Youth Leadership Awards, Rotary Community Corps, Rotary Peace Centers – und vielen anderen Projekten und Programmen auf Länder-, Distrikt- und Ortsebene. Man sieht den Namen Rotary bei zahllosen Projekten, von Blutbanken bis zu Lebensmittelhilfen, von Schulprogrammen bis zum Kampf gegen die Kinderlähmung. Einhundertdreizehn Jahre nach der Gründung des ersten Rotary Clubs haben wir eine wirklich globale Reichweite.

Wie unsere Service-Leistungen im Einzelnen aussehen, ist regional sehr verschieden und hängt ganz von der Kultur des jeweiligen Landes ab. Jeder Club hat seine eigene Geschichte und Identität, mit eigenen Traditionen und Prioritäten. Ebenso unterschiedlich sind die Persönlichkeiten, Dienstideale und Sinndefinitionen unserer Mitglieder. Und daran ist nichts auszusetzen, denn Rotary ist seiner Natur gemäß dezentralisiert. Wir wollen, dass jedes Mitglied und jeder Club so ihren Service gestalten können, wie es ihnen am besten passt.

Doch die gleiche Vielfalt, die unsere Stärke ausmacht, kann auch ein Problem für unsere Identität als Organisation darstellen. Es ist eigentlich nicht überraschend, dass so viele Menschen von Rotary zwar gehört haben, aber nicht wissen, was wir tun, wie wir organsiert sind – und warum es uns überhaupt gibt. Selbst innerhalb Rotarys haben viele Mitglieder ein nur unvollständiges Verständnis für die Dimensionen unserer Organisation als Ganzes, für unsere Ziele, unsere Größenordnungen, unser Programmspektrum. Und diese Herausforderungen haben signifikante Auswirkungen nicht nur für unsere Service-Kapazitäten und unsere Effektivität, sondern auch für unser Bild in der Öffentlichkeit, welches so wichtig ist für uns, um Partnerschaften aufbauen, unsere Mitgliedschaft zu vergrößern und unseren humanitären Dienst erweitern zu können.

Vor einigen Jahren begann Rotary eine ernsthafte Anstrengung, diese Problemstellungen anzugehen. Dazu entwickelten wir Hilfsmittel zur Darstellung unserer Markenidentität. Heute setzen wir diese Mittel weiter ein, um im Rahmen unserer globalen PR-Kampagne unser Image in den Köpfen der Menschen zu verankern. Wir zeigen, wie Rotary einen jeden von uns in die Lage versetzt, Veränderung zu schaffen – lokal und global. Im letzten Juni verabschiedete der Zentralvorstand zudem eine neue Formulierung unserer Zukunftsvision. Dies ist eine Erklärung, die unsere Identität reflektiert und uns in der Vielfalt unserer Arbeit vereint.

Wir sehen eine Welt, in der Menschen gemeinsam beginnen, nachhaltige Veränderungen zu schaffen – in allen Ländern, in unserer Nachbarschaft und bei uns selbst.

Ganz gleich, wo wir leben, was für eine Sprache wir sprechen, welche Projekte unsere Clubs umsetzen – unser Zukunftsentwurf ist der gleiche. Wir sehen eine Welt, die besser sein könnte. Und wir haben die Möglichkeit, die Zukunft mitzugestalten. Wir sind hier, weil Rotary uns die Möglichkeit eröffnet, die Welt aufzubauen, die wir uns vorstellen. Gemeinsam und aktiv machen wir einen Unterschied – in Rotary.


April 2018

auf der Rotary International Convention 1990 in Portland, Oregon kündigte der damalige Präsident elect Paulo Costa den versammelten Mitgliedern eine neue Initiative an: „Die Stunde ist für Rotary gekommen", sagte er damals, „die Stimme ebenso wie den Führungsanspruch von Rotary zu erheben und alle Rotarier zu einem ehrenvollen Kreuzzug zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen zu mobilisieren.". Seine Initiative hieß „Preserve Planet Earth" und forderte alle Rotarier auf, den Umweltschutz zu einem Teil ihres humanitären Dienstes zu machen: durch das Pflanzen von Bäumen, durch Schutzmaßnahmen für Luft und Wasser und zum Schutze unseres Planeten auch für künftige Generationen.

Präsident Costa rief jedes der damals 1,1 Millionen Mitglieder von Rotary auf, einen Baum zu pflanzen. Als Rotarier übertrafen wir natürlich diese Zielvorgabe, wie es unsere Gepflogenheit ist – wir pflanzten bis zum Ende des Rotary-Jahres 35 Millionen Bäume neu! Viele dieser Bäume von damals gedeihen noch heute, filtern Schadstoffe aus der Luft und reichen sie mit Sauerstoff an. Sie kühlen, düngen, beherbergen und tun ihren Teil im großen Biozyklus. Doch während die Bäume weiter für die Umwelt arbeiten, hat Rotary als Gesamtorganisation sich in der Zwischenzeit leider wieder vom Thema Umweltschutz abgewendet.

Daher folgte ich zum Jahresbeginn dem Beispiel von Paulo Costa und bat, dass für jedes Mitglied ein Baum gepflanzt werden sollte. Es war dabei mein Ziel, etwas Gutes zu erreichen, dass über die Umweltvorteile der 1,2 Millionen (oder mehr!) Bäume hinausgehen würde: Meine Hoffnung ist, dass sich durch das Pflanzen der Bäume auch das rotarische Interesse an Umweltfragen wieder erneuert. Denn es ist höchste Zeit, dass wir den Zustand unserer Welt wieder auf die Tagesordnung von Rotary setzen.

Umweltfragen und -probleme sind eng mit jedem unserer Rotary-Schwerpunkte verbunden. Sie können nicht als irrelevant für Rotary abgetan werden. Die Umweltverschmutzung beeinträchtigt weltweit die Gesundheit der Menschen. Über 80 Prozent der Menschen in städtischen Ballungszentren atmen gesundheitsschädliche Luft ein – und in ärmeren Ländern steigt dieser Prozentsatz auf bis zu 98 Prozent! Wenn die gegenwärtigen Trends weiter anhalten, werden die Ozeane im Jahr 2050 gewichtsmäßig mehr Plastik als Fisch enthalten. Und die steigenden Welttemperaturen sind eindeutig dokumentiert: Die globale Jahresdurchschnittstemperatur erhöhte sich von 1880 bis 2015 um 1,1 Grad Celsius. Und dass diese Erwärmung durch Menschen verursacht wurde, ist schon lange kein wissenschaftlicher Streitpunkt mehr. Ebenso ist es klar absehbar, dass es bei einer weiteren ungebremsten Entwicklung zu tiefgreifenden wirtschaftlichen und humanitären Umwälzungen kommen wird. Die Not zu handeln war nie größer – aber ebenso sind unsere Möglichkeiten, Wirkung zu erzeugen, größer denn je.

Wie der ehemalige UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte: „Es gibt keinen Plan B, denn es gibt keinen Planeten B." Unser Planet gehört uns allen. Und unseren Kindern. Und deren Kindern. Es ist an uns, zu seinem Schutz einzuschreiten. Und es ist an Rotary, zu zeigen, dass wir einen Unterschied machen können.


März 2018

dieser Monat markiert 50 Jahre seit der Gründung des ersten Rotaract Clubs im Jahr 1968. In dieser speziellen Rotaract-Ausgabe lernen Sie einige beeindruckende Rotaracter aus der ganzen Welt kennen und erfahren, wie sie auf unterschiedlichste Weise durch ihr Tun einen Unterschied machen.

In dem halben Jahrhundert, seit es Rotaract gibt, hat die Welt tiefgreifende Veränderungen erfahren, und junge Menschen waren besonders von den Auswirkungen dieser Veränderungen betroffen: dem Vormarsch der Technologie, dem Aufstieg der Informationswirtschaft und -gesellschaft, der Verbreitung von Bildungsmöglichkeiten, dem enormen Einfluss des Internets. Als Rotaract gegründet wurde, wäre es für einen Teenager oder 20-Jährigen fast undenkbar gewesen, Unternehmer oder CEO zu sein. Heute bringen junge Menschen beispiellose Fähigkeiten mit, etwas zu erreichen - und Rotary braucht ihre Ideen und ihren Enthusiasmus wie nie zuvor.

Seit vielen Jahren hat Rotary seiner Jugendorganisation Rotaract einen schlechten Dienst erwiesen, indem es unsere Programme für Jugendliche und junge Erwachsene als bloße Vorstufen für die Rotary-Mitgliedschaft betrachtet und nicht als wertvolle und produktive eigenständige Programme. Aber Rotaracter sind echte Partner im rotarischen Dienst.

Heute sind schätzungsweise eine Viertelmillion Rotaracter in über 10.000 Clubs in fast jedem Land vertreten, in dem es Rotary Clubs gibt. Die Wirkung ihrer Service-Projekte ist besonders eindrucksvoll, wenn man sie im Zusammenhang mit ihren Ressourcen betrachtet. Rotaracter erreichen erstaunlich viel mit erheblich weniger Geld als der durchschnittliche Rotary Club. Ihre Energie und ihre Zukunftsvision bringen unserer Rotary-Familie und unseren Gemeinwesen etwas Wunderbares - das schätzen wir sehr.

Doch nur 27 Prozent der Rotary Clubs sponsern einen Rotaract Club - eine Zahl, die im Laufe der Zeit ziemlich stabil geblieben ist. Und viel zu wenige Rotaracter vollziehen letztendlichen den Schritt von der Rotaract- zur Rotary-Mitgliedschaft. Während wir dieses Jubiläum mit Rotaract feiern, ermutige ich alle Rotary Clubs, einen Rotaract Club zu sponsern oder ihre Beziehungen zu den bereits gesponserten Clubs zu stärken. Planen Sie regelmäßige gemeinsame Treffen, führen Sie gemeinsame Service-Projekte durch und gehen Sie auf Rotaracter zu - nicht nur um zu fragen, ob Sie helfen können, sondern um herauszufinden, wie Sie zusammenarbeiten können. Sie sollten Ihre Rotaract Clubs und deren Mitglieder genau kennen - und sicherstellen, dass alle Rotaracter wissen, dass sie bei den Rotary Clubs willkommen sind.

Seit einem halben Jahrhundert hat Rotaract jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, die gleichen Verbindungen in ihren Heimatgemeinden und die gleiche Erfüllung in der Dienstbereitschaft zu finden, die Rotarier bei Rotary finden. Rotaracter verbinden uns mit dem Rotary unserer Zukunft und helfen uns gleichzeitig dabei, das Rotary von heute aufzubauen.


Februar 2018

In diesem Monat jährt sich das erste Treffen der vier Mitglieder des ersten Rotary Clubs zum 113. Mal. Zwar gibt es kein Protokoll von diesem Meeting, doch ist kaum anzunehmen, dass über den Dienst gesprochen wurde. Es sollten noch einige Jahre vergehen, bis der Club begann, die Bedürfnisse der Gemeinschaft in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit zu stellen.

Die vier Rotarier trafen sich weder in einem Hotel noch in einem Restaurant, sondern im Büro eines Mitglieds. Soweit bekannt ist, gab es damals weder Tagesordnungen, Ankündigungen, Ausschussberichte oder Namensschilder. Nach den heutigen Standards für ein produktives Meeting wäre das Treffen ein absoluter Flop gewesen. In Wirklichkeit war es aber das produktivste Rotary Meeting aller Zeiten.

Wie damals im Jahr 1905 treten auch heute viele in Rotary ein, weil sie wie Paul Harris auf der Suche nach Freundschaft, Kontakten und einem Ort, an dem sie sich zuhause fühlen, sind. Doch gibt uns Rotary heute so viel mehr, als es den ersten Mitgliedern jemals möglich gewesen wäre. Das mehr als 1,2 Millionen Mitglieder starke Rotary der Gegenwart gibt seinen Mitgliedern das Gefühl, nicht nur einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten anzugehören, sondern vielen unterschiedlichen Clubs in vielen Gemeinwesen auf der ganzen Welt. Heute verbindet uns Rotary auf eine Weise, wie es sich Paul Harris an jenem Abend im Februar selbst in seinen kühnsten Träumen nie hätte vorstellen können. Wohin wir auch reisen – überall in der Welt finden wir einen Club, in dem wir uns heimisch fühlen und wo wir mithelfen können, Gutes für die Menschen zu tun.

In den 113 Jahren seit dem ersten Clubtreffen ist Rotary weitaus größer und vielfältiger geworden, als es für die Gründungsmitglieder denkbar war. Aus einer Organisation mit ausschließlich weißen und männlichen Mitgliedern haben wir uns zu einer Organisation entwickelt, die Frauen und Männer mit jedem erdenklichen Hintergrund willkommen heißt. Wir sind eine Organisation geworden, deren erklärte Absicht der Dienst ist, wie in unserem Motto – Selbstloses Dienen – deutlich wird. Und unsere Organisation hat nicht nur das Potenzial, die Welt zu verändern, sondern wir haben dies bereits getan, wie unser Beitrag zur Ausrottung der Kinderlähmung zeigt.

Niemand von uns weiß, was Rotary in der Zukunft erwartet. Sicher ist nur, dass wir weiter auf das solide Fundament, das Paul Harris und seine Freunde für uns gelegt haben, aufbauen müssen und das Band des Dienstes und der Freundschaft weiter schaffen und stärken, denn Rotary – Macht den Unterschied.


Januar 2018

Bei Rotary heißt es: Unsere Vielfalt macht uns stark. Diese Idee nahm ihren Anfang mit der Einführung des Klassifikationssystems in den ersten Jahren unserer Organisation. Es basiert auf einem einfachen Konzept: Ein Club, dessen Mitglieder aus unterschiedlichsten Berufszweigen kommen und vielfältige Kompetenzen mitbringen, kann bessere Dienste leisten.

In den darauffolgenden Jahren wurde die Idee der Vielfalt in Rotary weiter gefasst. Wir haben festgestellt, dass ein Club seinem Gemeinwesen viel besser helfen kann, wenn er dessen demografische Zusammensetzung realitätsnah repräsentiert. Für die weitere Entwicklung von Rotary bleibt Vielfalt von größter Bedeutung, damit wir nicht nur heute, sondern auch in der Zukunft eine starke Dienstorganisation sind.

Eine der dringlichsten Aspekte im Hinblick auf die Diversität ist das Alter unserer Mitglieder. Bei nahezu jeder rotarischen Veranstaltung lässt sich auf einen Blick feststellen, dass die anwesenden Altersgruppen keine tragfähige Zukunft für die Organisation versprechen. Unsere Mitgliederzahlen sind rekordverdächtig, ständig treten neue Mitglieder ein. Doch nur ein kleiner Teil von ihnen ist jung genug, um auf Jahrzehnte rotarische Dienste leisten zu können. Damit wir auch morgen starke und fähige Führungskräfte haben, müssen wir heute junge und fähige Mitglieder gewinnen.

Wenn man über Vielfalt in Rotary spricht, muss man auch das Thema Frauen ansprechen. Es ist heute kaum vorstellbar, dass noch vor drei Jahrzehnten Frauen nicht in Rotary eintreten durften. Wir sind zwar ein gutes Stück weitergekommen, trotzdem spüren wir auch heute noch die Auswirkungen dieser verfehlten Politik. Viel zu viele Menschen glauben noch immer, dass Rotary eine reine Männerorganisation ist. Diese Vorstellung wirkt sich nicht nur nachteilig auf unser öffentliches Image aus, sondern auch auf unser Mitgliedschaftswachstum. Selbst heute sind nur etwa 21 Prozent unserer Mitglieder Frauen. Das ist sicherlich ein großer Fortschritt im Vergleich zur Vergangenheit, doch liegt noch ein gewaltiges Stück Arbeit vor uns, wenn wir erreichen wollen, was sich jeder Club zum Ziel stellen sollte, nämlich genauso viele Frauen wie Männer als Mitglieder zu haben, so wie die Geschlechter in der Welt verteilt sind.

Aus welchem Grund auch immer wir in Rotary eingetreten sind – wir bleiben in Rotary, weil wir den Wert der Mitgliedschaft sehen und davon überzeugt sind, dass unser Einsatz der Welt hilft. Mit Clubs, deren Mitgliedschaft ein wahres Abbild der Welt ist, stärken wir unsere Organisation für die Zukunft, denn Rotary – Macht den Unterschied.


Dezember 2017

Vor 72 Jahren wurden die Vereinten Nationen gegründet, um „... zukünftige Generationen vor der Geißel des Krieges zu bewahren ...Toleranz zu praktizieren und als gute Nachbarn zusammenzuleben". Doch trotz dieser großen Ziele und nach Generationen von Investitionen darin ist der Krieg immer noch eine weltweite Realität. Im letzten Jahr starben 102.000 Menschen in 49 kriegerischen Konflikten in aller Welt. Manche dieser Konflikte sind bereits über 50 Jahre alt. Terrorismus, Intoleranz und Extremismus regieren, die Flüchtlingskrise und die Umweltverschmutzung sind weiterhin globale Herausforderungen.

Es scheint, als wären wir kollektiv weiter von unseren Zielen entfernt als 1945, als wir mit solcher Ambition antraten, Kriege endgültig zu verhindern. Doch wir haben immer noch Hoffnung, solange es Menschen gibt, die sich für eine friedliche Zukunft einsetzen. Und das nicht nur durch ihre Regierungen, sondern auch in eigener Initiative. Rotary ist heute besser positioniert, sich für den Frieden einzusetzen, als je zuvor – durch unsere Programme wie die Rotary Peace Fellows, aber auch durch unsere Schwerpunktbereiche. Wasserversorgung, Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung sind alle Teil komplexer Interaktionen, die zu Konflikten führen oder sie vermeiden können. Daher ist es wichtig für uns, diese Interaktionen zu verstehen, wenn wir unsere Serviceprojekte planen.

Aus diesen Gründen haben wir eine Reihe von sechs Präsidentenkonferenzen zur Friedensbildung geplant. Sie werden zwischen Februar und Juni in Kanada, Libanon, Großbritannien, Australien, Italien und den USA stattfinden. Dabei werden wir uns darüber austauschen, wie wir uns konkret in der Friedensschaffung engagieren können. Fünf der eintägigen Konferenzen widmen sich dem Zusammenhang von Frieden und unserer Arbeit in den Schwerpunktbereichen. Die erste Konferenz in Vancouver wird sich besonders auf den Zusammenhang zwischen Frieden und einem weiteren für Rotary sehr wichtigen Bereich konzentrieren: umweltfreundlicher Nachhaltigkeit. Sie finden das vorläufige Programm bei www.rotary.org/presidential-conferences. Dort können Sie sich auch anmelden.

Die Ziele sind einfach: Wir wollen Rotariern dabei helfen, neue Wege zu erschließen, wie wir dem Frieden dienen können. Dabei lernen wir von Experten und bauen neue Kapazitäten auf. Es ist meine Hoffnung, dass diese Konferenzen uns unserem Ziel näherbringen, eine friedliche Welt zu schaffen. Und gemeinsam können wir in der Tat einen Unterschied machen.


November 2017

In vielerlei Hinsicht ist die Rotary Foundation unsichtbar präsent in unseren Clubs. Das meiste, was wir in unseren Clubs und unseren Distrikten auf wöchentlicher Basis machen, findet ohne die aktive Beteiligung der Foundation statt. Aber unsere Foundation ist in unseren Clubs in der gleichen Weise unsichtbar, wie das Fundament eines Gebäudes, wenn man sich in ihm befindet: Auch wenn man das Fundament nicht sieht, trägt es einen doch.

Die Foundation, die es Rotary ermöglichte, den Kampf gegen Polio aufzunehmen, ist die Grundlage, auf der unsere humanitäre Arbeit fußt. Seit sie vor 100 Jahren aus einer ersten Spende von 26.50 US-Dollar entstanden ist, hat sie unsere Service-Projekte unterstützt und gestärkt, hat es uns ermöglicht, ehrgeizige Ziele zu setzen, und hat uns zu der Oragnisation werden lassen, die wir heute sind. Dank der Foundation können wir Rotarier fast jedes Ziel erreichen, wenn wir uns dafür einsetzen.

Die Struktur von Rotary ist sehr effektiv. Wir sind lokal und gleichzeitig global: Unsere Mitglieder sind mit ihren Fähigkeiten, lokalen Kontakten und mit ihrem Fachwissen in über 35.000 Clubs in fast jedem Land der Welt direkt vor Ort vertreten. Wir sind bekannt für unsere Transparenz, Effektivität und unser vorbildliches Geschäftsgebaren. Und weil wir hochqualifizierte Fachkräfte sind, die ehrenamtlich arbeiten, erreichen wir eine Effizienz, die nur wenige andere Organisationen vorweisen können.

Einfach gesagt kann ein Dollar, der an die Rotary Foundation gegeben wird, meist viel mehr bewirken als ein Dollar, der einer anderen Wohltätigkeitsorganisation zufließt. Das sage ich nicht nur aus Überzeugung; es ist nachweisbar und zeigt sich an unserer positiven Bewertung durch unabhängige Organisationen.

Zum hundertjährigen Jubiläum der Foundation übertrafen die Rotarier unser Ziel, 300 Millionen Dollar an Spenden zu sammeln. Wenn Sie zu diesem tollen Ergebnis beigetragen haben, dann haben sich dank Ihnen irgendwo auf der Welt, an einem Ort, an dem Sie wahrscheinlich nie gewesen sind, die Lebensbedingungen einiger Menschen verbessert, die Sie wohl nie treffen werden. Letztlich können wir durch unsere Foundation unsere ethischen Grundwerte umsetzen: dass wir einen Unterschied machen können, dass wir eine Verpflichtung dazu haben und dass wir nur gemeinsam eine echte und dauerhafte Veränderung bewirken können.


Oktober 2017

Vor einigen Jahren wurde in dem Museum in Melbourne, in dem meine Tochter arbeitet, eine der berüchtigten Eisernen Lungen ausgestellt. Für die meisten Menschen in meinem Alter, die sich noch an die beängstigenden Polio-Ausbrüche in den 1950er-Jahren erinnern können, sind die Iron Lungs ein Symbol dafür, wie weit wir es mit unseren Impfinitiativen gebracht haben: Ein monströses medizinisches Instrument, das einst lebensrettend war, ist nun ein Museumsstück.

In weiten Teilen der Welt ist die Geschichte der Kinderlähmung sehr einfach erzählt: Nach unzähligen Jahren der Angst wurde ein Impfstoff entwickelt und die Krankheit damit überwunden. Doch für andere Weltregionen war der Fall nicht so einfach. Impfstoffe waren nicht verfügbar oder zu teuer, Massenimpfungen nicht durchführbar, weil auch sie nicht finanzierbar waren – oder weil Kinder einfach nicht erreicht werden konnten. Und während der Rest der Welt die Kinderlähmung in die Geschichtsbücher verwies, wütete die Seuche in den anderen Ländern weiter.

Bis Rotary mit dem Anspruch antrat, dass allen Kindern, egal wo und unter welchen Umständen sie auf der Welt lebten, ein poliofreies Leben ermöglicht werden sollte.

In den Jahren seit PolioPlus haben die gemeinsamen Anstrengungen von Rotary, der Global Polio Eradication Initiative und von Geberländern dafür gesorgt, dass die Anzahl der Neuinfektionen von jährlich 350.000 auf lediglich eine Handvoll im Jahr 2017 schrumpfte. Doch wir müssen null Fälle erreichen und diesen Status halten, um eine wirklich Ausrottung des Virus zu erzielen. Und dafür brauchen wir die Hilfe aller!

Am 24. Oktober markieren wir international den World Polio Day. (In Deutschland findet der Weltpoliotag am 28. Oktober statt.) Dabei wollen wir der Öffentlichkeit vermitteln, wie weit wir auf unserem Weg bereits gekommen sind und was noch getan werden muss, um die Aufgabe zu Ende zu führen. Ich bitte daher jeden Rotary Club, sich an den Aktivitäten in der einen oder anderen Form zu beteiligen. Ideen für Aktionen finden Sie bei endpolio.org – ob Sie eine Tombola planen, eine Filmvorführung, einen Benefizlauf oder -marsch – jede Aktion zählt und wird gebraucht.

Wichtig: Bei endpolio.org können Sie Ihre Veranstaltung auch registrieren, damit sie in unsere weltweite Zählung von Aktionen eingehen kann!

Unsere Livestream-Veranstaltung wird dieses Jahr aus dem Hauptquartier der Bill & Melinda Gates Foundation in Seattle kommen. Für unsere europäischen Freunde wird das mitten in der Nacht stattfinden, aber wir werden die Veranstaltung aufzeichnen, damit Sie sie auch später anschauen können.

Wie viele von Ihnen bereits wissen, hat Rotary sich verpflichtet, in den nächsten drei Jahren jährlich bis zu 50 Millionen USD an Polio-Spenden einzubringen. Diese Summen werden von der Gates Foundation jeweils um DAS DOPPELTE bezuschusst. Auf diese Weise können wir unseren Einsatzerfolg also verdreifachen.

Wir alle müssen mit anpacken, um einen Unterschied zu machen – und die Kinderlähmung endgültig zu besiegen.


September 2017

Das Beste an einer Rotary Convention ist die Vielfalt der Besucher, die Sie dort treffen. Ob Sie an einer Breakout-Sitzung teilnehmen, im House of Friendship stöbern oder gemeinsam etwas essen – immer treffen Sie Mitglieder aus jedem Winkel der Erde, oft in Nationaltracht, die alle verschiedene Sprachen sprechen. Diese Begegnungen machen wirklich Spaß, vor allem aber sind sie das, was Rotary so großartig macht: Wir können noch so verschieden sein und fühlen uns doch rotarisch vertraut miteinander.

Ein solcher herzlicher Gemeinschaftsgeist prägt auch Toronto, die nächste Gastgeberstadt für unsere Rotary Convention 2018. Toronto ist eine meiner Lieblingsstädte. Eine Stadt, in der die Hälfte der 2,8 Millionen Einwohner aus einem anderen Land kommt, in der 140 Sprachen gesprochen werden – und in der die Leute nie zu beschäftigt sind, um sich Fremden gegenüber hilfsbereit zu zeigen. Toronto ist sauber, sicher und freundlich, attraktiv gelegen am Lake Ontario, mit tollen Restaurants und Museen und vielseitigen Stadtvierteln.

Auch die Convention 2018 verspricht, eine unserer Top-Veranstaltungen zu werden. Unsere Convention- und Organisationsausschüsse arbeiten fleißig am Programm, um die besten Referenten, Fachleute und Entertainer für ein rundum optimales Paket für unsere Besucher zu schnüren. Es wird etwas für jedermann in Toronto geben. Juliet und ich empfehlen Ihnen genau das, was wir tun werden: Bringen Sie einfach die Familie mit. Wenn Sie sich zu einer frühen Buchung entschließen können, sparen Sie zudem noch bei der Anmeldegebühr. Die Terminfrist für solche Discounts ist der 15. Dezember (und für Online-Anmeldungen gibt es noch einmal einen Preisnachlass).

Abgesehen von den Angeboten des Gastgebers Toronto ist es der Kongress, der das Kommen so attraktiv macht. Es ist die Gelegenheit im Jahr, Ihre Rotary-Batterien wieder aufzuladen. Was Sie hier sehen und diskutieren, wird Ihnen Inspiration für das ganze Rotary-Jahr liefern! Sie finden mehr Informationen auf unserer Convention-Website: riconvention.org. Ich hoffe, wir sehen uns in Toronto.


August 2017

Was sagen Sie, wenn Sie danach gefragt werden, Rotary zu erklären? Ich glaube, wir alle waren schon einmal in dieser Situation, dass uns diese täuschend einfache Frage: Was ist Rotary? gestellt wurde – und uns zunächst die Worte fehlten. Selbst die Wortgewandtesten unter uns haben manchmal ein Problem, wenn es darum geht, ad hoc in ein paar Worten unser Wesen zu erklären.

Als Organisation hatte Rotary schon immer Schwierigkeiten, das wahre Ausmaß unserer Arbeit zu vermitteln. Nicht nur, was wir tun, sondern wie wir es tun, was für Werte wir damit in der Welt schaffen.

Als Wirtschaftsprüfer bin ich ein Mann der Zahlen. Sie funktionieren in jeder Sprache und oft können sie komplexe Informationen effektiver herüberbringen als Worte. Und darum möchte ich in diesem Rotary-Jahr jeden Club bitten, uns im Zentralbüro zwei Zahlen zu melden: 1. die Geldsumme, die (bar und als Sachspenden) für den humanitären Dienst in Ihrem Club aufgewendet wird, 2. die Anzahl der Einsatzstunden, die im Club ehrenamtlich für Rotary durchgeführt werden.

Wenn uns diese Zahlen nützlich sein sollen, müssen sie natürlich akkurat sein. Das bedeutet, dass Sie jetzt damit beginnen müssen, die Stunden und Geldsummen akkurat festzuhalten, die Sie im Club für Ihren Dienst aufwenden.

Die einfachste Art für Clubs, diese Informationen zum Ende des Jahres bereitstellen zu können, ist durch die monatliche Eintragung in Rotary Club Central – wir haben dieses Hilfssystem komplett neu aufgebaut und viel benutzerfreundlicher gemacht. Falls Ihr Club aus irgendeinem Grund nicht in der Lage sein sollte, sich mit Rotary Club Central zu vernetzen (etwa, weil nur beschränkter Internetzugang besteht) dann bitte ich Sie, sich mit Ihren Governors in Verbindung zu setzen; diese werden dann sicherstellen, dass die Informationen anderweitig übermittelt werden.

Ich kann nicht stark genug betonen, dass es nicht da Ziel ist, die größten und eindrucksvollsten Summen zu erhalten. Dies ist kein Wettbewerb, es werden keine Preise vergeben und die Zahlen verbleiben intern. Es wird keinerlei

Veröffentlichungen oder öffentliche Nutzung der von individuellen Clubs eingereichten Informationen geben. Das Ziel ist einzig und allein, genaue und verlässliche Zahlen zu erhalten, die wir zuversichtlich in unserer Mitgliedschafts- und Öffentlichkeitsarbeit und gegenüber unseren Partnern präsentieren können. Zahlenaggregate, die durch spezifische Daten aus der Clubebene gestützt werden, die es uns erlauben werden, nicht nur die Frage Was ist Rotary?, sondern auch die Frage Was tut Rotary? beantworten zu können.

Ich glaube fest, dass wir mit diesen Zahlen besser unseren Wert demonstrieren können. Wir können zeigen, dass Rotary einen Unterschied macht – und das wird uns in der Zukunft ermöglichen, noch besser denn je für die Menschen dieser Welt da zu sein.


Juli 2017

Liebe rotarische Freunde,

es gibt genauso viele verschiedene Gründe, Rotary beizutreten, wie es Rotarier gibt – vielleicht sogar ein paar mehr. Doch wir alle sind Rotary treu geblieben, weil es unserem eigenen Leben etwas Besonderes gibt. Durch Rotary können wir einen Unterschied machen in der Welt; und je mehr wir uns für Rotary engagieren, desto mehr verändert Rotary unser eigenes Leben. Rotary fordert uns dazu heraus, bessere Menschen zu werden: Ehrgeiz zu entwickeln für die wirklich wichtigen Dinge, höhere Ziele anzustreben und selbstloses Dienen auch im Alltag zu praktizieren.

Was genau Rotary Clubs und einzelne Rotarier mit ihren Einsätzen bewirken wollen, bleibt immer ihnen selbst überlassen. Als Organisation richten wir uns nach den drei strategischen Schwerpunkten, die unser Vorstand in unserem Strategieplan festgelegt hat: die Unterstützung und Stärkung unserer Clubs, die Fokussierung und Steigerung unseres humanitären Engagements und die Förderung von Rotarys öffentlichem Image und seiner Bekanntheit.

Im nächsten Jahr werden unsere Clubs auf ein stark erweitertes Spektrum an Online-Tools zu ihrer Unterstützung zugreifen können, darunter die überarbeitete Website Rotary.org, ein vereinfachtes Antragsverfahren für Rotary-Foundation-Grants, ein verbessertes Mein Rotary und ein umstrukturiertes Rotary Club Central. Mit Blick auf die Stärkung unserer Clubs zeichnen sich zwei konkrete Herausforderung bezüglich unserer Mitgliederstruktur ab: unsere Geschlechterausgewogenheit und unser Durchschnittsalter. Damit unsere Clubs funktionstüchtig bleiben, müssen wir eine Mitgliederstruktur aufbauen, die die Gesellschaft abbildet, in der wir aktiv sind, und die auch in Zukunft kluge Führungskräfte hervorbringt.

Seit vielen Jahren steht ein Konzept im Zentrum all unserer Aktivitäten: Nachhaltigkeit. Nachhaltiges Engagement bedeutet, dass die positive Wirkung unserer Arbeit auch dann noch andauert, wenn Rotary längst nicht mehr direkt involviert ist. Wir bauen keine Brunnen und gehen dann einfach wieder; wir stellen sicher, dass die Menschen vor Ort diese Brunnen auch in Stand halten und reparieren können. Wenn wir ein Krankenhaus bauen, sorgen wir dafür, dass es weiter bestehen kann auch ohne unsere fortlaufende Unterstützung. Und was die Kinderlähmung betrifft, wollen wir sie nicht einfach eindämmen, sondern wir arbeiten an ihrer Ausrottung.

Die Ausrottung von Polio ist das Nonplusultra in Sachen nachhaltigen Engagements. Sie wird nicht nur von anhaltendem, sondern von dauerhaftem Nutzen sein – auf globaler Ebene. Die Polioausrottung hat für uns oberste Priorität, und das muss so bleiben, bis das Ziel erricht ist.

Seit 112 Jahren hat Rotary das Leben unzähliger Menschen auf so unterschiedliche Weise verändert, dass wir es kaum nachvollziehen können. Jeder von uns trägt heute eine Fackel, von Paul Harris entfacht und von Generation zu Generation weitergegeben: Rotary – macht den Unterschied.